Leadership – Führung ohne Soft Skills kostet

Die Bindung ans Unternehmen ist entscheidend
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Die Zahlen sind nicht mehr ganz so schlimm wie noch in den Jahren zuvor, einen Grund zum Jubeln gibt es dennoch nicht. 15 Prozent der deutschen Arbeitnehmer sind emotional nicht an ihr Unternehmen gebunden, sie haben innerlich gekündigt. Nun heißt das nicht, dass der Rest der Angestellten jeden Morgen mit Leidenschaft zur Arbeit geht. 70 Prozent haben laut Harvard Business Manager eine geringe Bindung an ihre Arbeitsstätte, dies entspricht 23,5 Millionen Arbeitnehmern. Diese machen nur Dienst nach Vorschrift, setzen sich jedoch nicht fürs Unternehmen ein.

Laut einer Gallup-Umfrage liegt diese Misere in erster Linie am Leadership. Die meisten Vorgesetzte wurden zur Führungskraft befördert, weil sie bislang ihre Arbeit gut machten und über hervorragende Fachkenntnisse verfügen, oftmals haben sie jedoch keinerlei Leadership-Erfahrung. Häufig steht dann plötzlich eine Führungskraft vor Aufgaben, die ihn oder sie schlichtweg überfordern. Auch wird nicht unbedingt auf die sogenannten Soft Skills geschaut. Erst später, im Verlauf der Zusammenarbeit mit den Mitarbeitern, stellt sich heraus, ob die Führungskraft über ausrechende Soft Skills verfügt oder nicht. Einige Unternehmen haben es verstanden und lassen ihren Mitarbeitern der Führungsebene Weiterbildung gerade im Bereich der sogenannten Soft Skills zukommen.

Soft Skills

Was genau sind eigentlich Soft Skills? Darunter versteht man Sozial- und Methodenkompetenzen, die Fähigkeit, mit anderen Menschen zielgerichtet und wertschätzend zu kommunizieren sowie teamorientiert zu denken. und zu handeln. Man könnte die Soft Skills in 4 Kategorien einteilen: soziale, kommunikative, mentale und personale Kompetenzen, wobei die Übergänge fließend sind

Zu den sozialen Kompetenzen  gehören beispielsweise Kommunikations-, Kooperations-, Koordinations-, Team-, Kontakt- und Konfliktfähigkeit, aber auch interkulturelle Kompetenz (z. B. im Umgang mit internationalen Kollegen oder Geschäftspartnern).

Kommunikative Kompetenzen gehören zu den sozialen Kompetenzen, umfassen darüber hinaus aber auch Präsentations- und Moderationsfähigkeiten, Rhetorik, Überzeugungsvermögen und Verhandlungsgeschick. Dazu kommen die Fähigkeit Beziehungen auf- und auszubauen sowie mit eigenen und fremden Gefühlen umgehen zu können (die sogenannte emotionale Intelligenz).

Das Lern- und Leistungsvermögen fällt unter die mentale Kompetenz. Hierzu gehören die Fähigkeit zum stystematischen Denken, Probleme zu lösen und Stress zu bewältigen sowie selbstständig zu arbeiten und zu lernen genauso wie Entscheidungs- und Durchsetzungsvermögen sowie Kreativität, aber auch effizientes Zeitmanagement.

Die Grundlage für weitere Fähigkeiten bileden die personalen Kompetenzen, die auf der persönlichen Einstellung  und Erfahrung beruhen. Dazu gehören Disziplin, Verantwortungsbewusstsein, Zuverlässigkeit und Sorgfalt, Leistungsbereitschaft und Motivierungsvermögen. Aber auch Flexibilität, Selbstbewusstsein und Ausdauer zählen hierzu.

Einige dieser Soft Skills sind bereits in der Persönlichkeit angelegt, andere lassen sich erlernen. Generell kann man an seinen eigenen Soft Skills immer arbeiten um diese zu verbessern. Ausgelernt hat man hier wohl nie.

Verfügt nun eine Führungskraft nur eingeschränkt über diese sogenannten Soft Skills, kann dies immense Auswirkungen haben. Gerade was die kommunikative Kompetenz anbelangt, stellt sich oft erst im Nachhinein heraus, wie ausgeprägt die Fähigkeit ist, beispielsweise Schwächen der Mitarbeiter zu erkennen ohne diese negativ zu bewerten sondern viel mehr ihnen dabei zu helfen, an diesen Schwächen zu arbeiten und ihre Stärken weiter auszubauen. Sich in den Mitarbeiter einzufühlen, ihm Wertschätzung entgegenzubringen und erst dann nach einer Lösung für auftauchende Probleme zu suchen, bewirkt beim Mitarbeiter, dass er sich angenommen und akzeptiert fühlt. Dies erhöht gleichzeitig seine Motivation sowie seine emotionale Bindung an die Arbeitsstelle.

Unterläuft einem Mitarbeiter beispielsweise ein Fehler und reagiert der Vorgesetzte darauf entsprechend in einer Weise, dass der Mitarbeiter künftig Angst haben wird, wieder einen Fehler zu machen, wird nicht nur die Motivation des Mitarbeiters ausgebremst, es kann sogar so weit gehen, dass dieser Mitarbeiter in einen Burnout rutscht, sobald noch weitere Belastungen hinzukommen.

Mitarbeiter kommen wegen des Jobs und gehen wegen des Chefs. Dieser Spruch bewahrheitet sich all zu oft. 2014 erwogen 42 Prozent der emotional nicht gebundenen Arbeitnehmer  ihr Unternehmen wegen ihres Vorgesetzten zu verlassen. Gutes Leadership ist hier ganz offensichtlich der Schlüssel zum Erfolg.

Kosten

Mitarbeiterfluktuation kostet. Laut Gallup belaufen sich die Kosten für ein Unternehmen mit 500 Mitarbeitern auf rund 617.000 Euro, für einen Konzern mit 30.000 Mitarbeitern werden bereits 36,9 Millionen Euro fällig.

Darüber hinaus kommt es zu mehr Fehltagen unter den emotional nicht Gebundenen, was bei Unternehmen mit 2000 Mitarbeitern weitere Kosten in Höhe von 1,3 Millionen Euro verursacht.Nicht zuletzt deswegen stehen Leadership-Fortbildungen im Bereich der Social Skills bei den Unternehmen sehr hoch im Kurs.

 

 

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